„Herbstlied“ von Hans Franz

Ende dieser Woche ist Herbstbeginn. Das Wetter kündigt diesen leider schon seit geraumer Zeit an.

Hans Franz, der in Heldsdorf noch zu meiner Zeit Lehrer war und zudem das Heldsdörfer Kulturleben unter anderem durch viele Gedichte oder die Gründung des Männerchors gemeinsam mit Hartfried Depner im Jahr 1967 bereicherte, schrieb vor nahezu genau 40 Jahren, und zwar am 15. September 1977, das nachfolgende Gedicht.

Eingeschickt wurde das Gedicht von Hartfried Depner.

Das „Herbstlied“ wird durch Fotos von Herbstszenen aus Heldsdorf ergänzt, die in verschiedenen Jahren aufgenommen wurden.

HERBSTLIED
Hans Franz, 1977

Wo seid ihr Schwalben denn nur hin
mit unserer Sommerzeit?
Es liegt doch auch viel Wärme drin,
im bunten Federkleid.
Fliegt doch, ihr Schwalben, nicht so weit,
weil nun der Sommer sinkt:
es ist, als braucht es Ewigkeit,
bis ihr den wieder bringt.

Es werden bald im Himmelsblau
sich nur die Krähen wiegen
und zwischen weißen Fäden lau
nur sommermüde Fliegen.
Und mit euch, Schwalben, fliegt davon
ein Jahr, noch kaum geboren,
es ist als wäre damit schon
viel Liebes uns verloren.

Drum fliegt ihr, Schwalben, in die Welt,
so kündigt ihr uns eben,
dass einmal Herbst auch Einzug hält
in unser Menschenleben.
Und seid ihr, Schwalben, auch weit fort,
gar ferne übers Meer,
weiß ich, ihr bringt uns weit von dort
den Frühling wieder her.

 

 

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