Hoffnung auf ein neues Rumänien – Beitragsserie des Deutschlandfunks

Der Deutschlandfunk hat die vergangenen Tage eine umfangreiche Beitragsserie zum Thema Korruption/Widerstand in Rumänien veröffentlicht. Im Zentrum der meisten Beiträge stehen dabei junge Aktivisten, die jeweils auf ihre Art den Kampf gegen die Korruption aufgenommen haben. Die Beiträge sind sehr gut recherchiert – die Autoren Leila Knüppel und Manfred Götzke haben anscheinend vor Ort jeweils mit den Aktivisten gesprochen – und geschrieben und können zudem auch über die Audiothek abgerufen und gehört statt gelesen werden. Es sind leider eher schlechte Nachrichten, die momentan die Berichtslage zu Rumänien dominieren, die fünf Beispiele der Aktivisten machen jedoch Hoffnung, dass sich langfristig doch was ändern könnte.

  1. Verurteilte Straftäter in der Regierung? Wo gibt es denn so etwas? Leider gibt es in vielen Ländern Regierungsmitglieder und auch Regierungschefs, die es mit der Justiz nicht so genau nehmen. Unter anderem auch in Rumänien. Die junge Partei Uniunea Salvați România (USR, Union zur Rettung Rumäniens), die bei den Wahlen 2016 immerhin knapp 9 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen konnte, versucht dagegen anzugehen und hat die Unterschriftenaktion „Keine Straftäter in öffentlichen Ämtern“ gestartet, die übrigens auch vom Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien (DFDR) unterstützt wird. In „Verurteilte Straftäter in der Regierung“ geht es um die Unterschriftenaktion, ihre Erfolgsaussichten und die Motivation der jungen Parteigründer.
  2. Widerstand, gesendet aus dem Hinterhaus“ ist die Geschichte der Gruppe „Rezistenta“, die unter anderem mit einem eigenen improvisierten TV-Kanal im Internet gegen die Korruption angeht. Ein Mitglied der Gruppe hat den Brand in der Diskothek Colectiv, bei dem 64 junge Menschen aufgrund von Korruption und Behördenversagen ums Leben kamen, knapp überlebt. Er stellt in dem Artikel dar, warum seine Schwester weniger Glück hatte, obwohl sie hätte gerettet werden können.
  3. Der Beitrag „Gesetze für den Eigenbedarf“ beleuchtet Liviu Dragneas Konflikte mit der Justiz und seine Versuche, sich diese untertan zu machen.
  4. Liviu Dragnea stammt aus Teleorman. In dem etwas ärmeren Landkreis an der Donau begann nicht nur seine politische Karriere, sondern auch der Aufstieg des Unternehmens Tel Drum. Irgendwie ging das alles Hand in Hand. Und führte dazu, dass ein Kilometer in Teleorman nur 800 Meter lang ist und Politiker es besser finden, wenn die Fischer Sozialhilfeempfänger sind. Steht alles in „Im Bezirk Teleorman gelten eigene Gesetze„.
  5. Im Beitrag „Schmiergeld um ein neues Knie“ geht es unter anderem um eine Homepage, die Interessierte in Rumänien informiert, an welchem Krankenhaus welche durchschnittlichen Summen für Operationen geschmiert wurden. Die Hoffnung der Aktivisten: Dadurch Transparenz geschaffen, die dazu beiträgt, dass langfristig die Schmiergeldsummen sinken. Was es alles gibt …

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