Siebenbuerger Sachsen wollen Häuser zurück

Als ich mit meinen Eltern Anfang der 1980er Jahre aus Rumänien auswanderte, war es Bedingung, Haus und Hof zu einem festen Preis an den Staat abzutreten. Der Betrag war – für uns wie auch für andere Siebenbürger Sachsen auf den Dörfern – mit 35.000 Lei sehr niedrig angesetzt. Hinzu kam, dass es damals nur sehr begrenzte Möglichkeiten gab, das Geld auch auszugeben.

Da ich in den vergangenen Jahren oft in Heldsdorf war und merkte, wie tief ich mit dem Ort verbunden bin, kam bei mir der Wunsch auf, den Elternhof wieder haben zu wollen. Ich kämpfe zur Zeit dafür und habe keine Ahnung, wie die Geschichte ausgeht. Einige Überraschungen habe ich schon erlebt. Eines Tages werde ich davon berichten.

Dass es für Siebenbürger Sachsen schwierig ist, die Häuser wieder zurückzubekommen, ist kein Geheimnis. Der folgende kurze Film der Deutschen Welle zeigt eindrucksvoll am Beispiel von Kirchberg (rumänisch Chirpăr, etwa 10 km südlich von Agnetheln), auf welche Weise lokale Politiker zum Teil von der Ausreisewelle der Siebenbürger Sachsen profitiert haben und wie intransparent heute es ist, wer auf welcher Grundlage die Häuser in der Folgezeit nutzen konnte. Heldsdorf spielt in dem Film ebenfalls eine Rolle!

 

Ein Kommentar

  1. Es ist schwierig Haus und Hof wo immer auf der Welt zu kaufen oder alte Erbschaften auf den Namen zu bekommenin. Insofern auch in „Siebenbürgen“ /Rumänien. Mein Mann hat zwei Jahre lang sich mit den lokalen Gesetzen- über die lokalen Behörden und mit deren Hilfe auseinander gesetzt und den „Kauf“ seines Elternhauses samt Hof und Garten erreicht. Er ist vielen offenen Menschen dabei begegnet und hat alle offenen Fragen beantwortet bekommen.
    Die behördlichen Gänge waren klar etwas unbequemer als sie hier in Dt Land sind aber nicht gesetzlos. Er war bereit, die neuen Gesetzlichkeiten, die sich nach den europäischen Vorgaben richten, zu akzeptieren.
    Leider Gottes haben auch viele unserer Vorfahren in ihren Unterlagen nicht die erwünschte Ordnung hinterlassen und die Möglichkeit altes Eigentum wieder zurückzugewinnen dadurch erschwert.
    In den frühen 80ern als der nächste große Exitus der Siebenbürger Sachsen begann, sind viele von uns fluchtartig weg und haben freudig jede bodenlose Bedingung als die Möglichkeit angenommen, in die Freiheit zu kommen. es war eigentlich, lieber Berd Wagner-unser freie Wille. Gezwungen hat uns eigentlich niemand. Es war der große Traum deiner Eltern und deren Generation, zu der ich mich auch zähle.
    Ich finde- es war gut so. Wir haben uns da entwickelt und haben viele Möglichkeiten Genutzt-unser Leben neu zu gestalten und geordnet zu leben.
    Klar kann man nun nach 30 Jahren jammern, was uns da so passiert ist in der kommunistischen Zeit und immer wieder auf die bösen Rumänen schimpfen. Verwechseln wir aber nicht ein korruptes Kommunistisches System, dem ein Teil eines Volkes erlegen ist mit einem ganzen Volk. Der rumänische Staat -sein Volk -ist im Erwachen und arbeitet in so vielen Ecken sich aus der ehemaligen Miserie heraus. Diesem „neuen Weg “ in die Demokratie und Freiheit hinnein – gebührt Respekt und Anerkennung.
    Ich freue mich täglich über die offenen Grenzen hin nach Rumänien zu.
    Hoffentlich bleibt uns die europäische Union auch erhalten.

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