„Mein Heldsdorf“ von Hans Zell erschienen

Kurz vor Weihnachten wurde mit dem Heldsdörfer Brief die druckfrische Broschüre „Mein Heldsdorf“ von Hans Zell an alle Mitglieder der Heimatgemeinschaft Heldsdorf verschickt.

Die vom Förderverein Heldsdorf herausgegebene Broschüre umfasst gut 100 Seiten und weckt Erinnerungen an Leute, Plätze und den Alltag in Heldsdorf. Der Autor Hans Zell hat sich die Mühe gemacht, aus seiner Erinnerung die Orte zu lokalisieren und zu benennen, die früher für ihn, mich und Hunderte anderer Heldsdörfer, die ihr Leben primär nicht mehr im Heimatdorf verbringen, die alltägliche Umgebung waren. Zugleich hat er die Spitznamen der Heldsdörfer aufgelistet, unter denen diese eigentlich bekannt waren. Die richtigen Vornamen und Familiennamen spielten im Alltag eine untergeordnete Rolle. Weiterhin hat Hans Zell jene Begriffe aufgeschrieben, die für ihn unsere Sprache ausgemacht haben. Es ist eine Aufreihung von etwa 2.000 Begriffen entstanden! Diese wird durch Redewendungen wie „hangrich wei des Mealner sen Hinnen“ oder Kinderreime wie „Hust ta gehört, wuat dam Sieppi as passoirt? E as uaf da Baim gekrauchen ant hut sich da Feas zebrouchen“ ergänzt.

 

Auszug aus der Liste der Heldsdörfer Begriffe

 

Hans Karl Zell – den meisten Heldsdörfern wohl als Zallen-Hanzi bekannt – wurde 1932 in Heldsdorf geboren. In Heldsdorf besuchte er nach dem Kindergarten von 1939 bis 1946 die Volksschule. Danach machte Hans auf dem Hof seiner Eltern erste Erfahrungen in der Landwirtschaft. Die Eltern hielten Vieh und hatten mehrere Hektar Grund zu bewirten. Von 1950 bis 1954 vertiefte er seine entsprechenden Kenntnisse in den Ackerbauschulen in Hermannstadt und Elisabethstadt.

Hans Zell als sechsjähriger Junge auf dem Schulhof vor dem Heldsdörfer Kindergarten (Foto: Hans Zell)

Nach der Schulzeit folgten 20 Berufsjahre auf den Maschinen- und Traktorenstationen in Honigberg und Marienburg als Agronom, Ökonom und landwirtschaftlicher Mechaniker. 1975 bekam Hans eine leitende Position in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft in Heldsdorf. 1981 verließ er Heldsdorf Richtung Deutschland, 1983 konnte seine Familie nachkommen. Mittlerweile lebt die Familie in Butzbach.

 

Karl-Heinz Brenndörfer hat die Broschüre gestaltet und zudem die einleitenden Texte der einzelnen Abschnitte maßgeblich ergänzt. Dadurch wird etwa die Bezeichnung von Flurnamen in geschichtliche Zusammenhänge eingeordnet oder die Entstehung von Spitznamen erklärt. Zudem hat er in aufwendiger Arbeit Gebäude, Gassen oder Plätze in den Dorf- und Hattertplänen lokalisiert und Karten angefertigt.

Wie im nebenstehenden Beispiel von Anwesen außerhalb des Ortes geben die Karten die räumlichen Lagen der jeweiligen Punkte wieder, die dazugehörigen Listen die jeweiligen sächsischen Bezeichnungen.

 

Hans Zell und Karl-Heinz Brenndörfer zum Zweck der Broschüre:

„Eines haben alle Dialekte gemeinsam: Sie verbinden die Sprecher miteinander und fördern das Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gruppe und die Verbundenheit zur Heimat. Bedauerlich, dass Hochdeutsch die Mundarten immer weiter verdrängt. Auch der Generationenwandel trägt zu dem Aussterben der Dialekte bei. Hierbei ein Versuch, etwas entgegen zu steuern.

Bei den vielen gleichen Familiennamen waren die Spitz- und Übernamen in Heldsdorf eine Notwendigkeit. Mit dem Ableben ihrer Träger geraten auch diese immer mehr in Vergessenheit und neue werden nicht mehr in dem Maße produziert, da die Notwendigkeit nicht mehr gegeben ist.

Durch das Festhalten von ehemaligen Anwesen und von längst vergessenen Flurbezeichnungen sowie ihre Lokalisierung wird der dokumentarische Wert der vorliegenden Arbeit erhöht.“

 

Die Broschüre kann über den Verein bestellt werden.

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