Buch von Herbert Liess über seine Bizykeltouren nach Rumänien erschienen

Herbert Liess dürfte den Lesern des Blogs kein Unbekannter sein: Bereits vor einiger Zeit wurde über den Bizykelfahrer und seine Tour nach Rumänien im Jahr 2015 berichtet. Die Unzufriedenheit mit der Ausschilderung der Fahrradwege bewegte Hebby damals, einen Brief an den rumänischen Staatspräsidenten zu schreiben.

Nun hat Hebby seine drei Bizykelreisen nach Rumänien aus den Jahren 1982, 2007 und 2015 in einem Buch beschrieben: „Alle guten Dinge sind drei. 3 Rumänientouren in 33 Jahren“. Mittlerweile ist das Buch erschienen, ich durfte das Vorwort schreiben.

Hans Königes hat das Buch gelesen und rezensiert:

Dreimal mit dem Fahrrad nach Rumänien oder Alle guten Dinge sind dr3i

Wie heißt es so schön: Wer eine Reise tut… In diesem Fall sind es gleich drei und diese mit dem Fahrrad, obendrein in die alte Heimat. Also, es gibt viel zu erzählen, und das hat der Burzenländer Herbert Liess auch getan. Er hat nämlich die Eindrücke seiner drei Reisen, auf denen er akribisch Tagebuch führte, jetzt in einem Buch zusammengefasst.

Und um es gleich vorwegzunehmen, und darauf weist der Autor gelegentlich hin: Er wollte keinen Kunst-, Kultur- oder sonstigen Reiseführer mit historischen Informationen schreiben, sondern zum einen über die Reise mit all ihren Hindernissen und freudigen Momenten berichten, aber auch die Begegnungen, Gespräche und Erlebnisse mit den vielen Menschen, denen er auf diesen drei langen Fahrten begegnete. Und vielleicht auch die Botschaft loswerden: Traut euch einfach, euren Traum zu leben. Wobei ihm eine Wette helfen musste, damit er seinen Traum, mit dem Fahrrad aus der neuen in die alte Heimat zu fahren, umsetzen konnte.

Herbert Liess wettete nämlich mit seinem Freund Werner Anfang der 80er Jahre um 20 Liter Wein, dass er in den nächsten fünf Jahren von seinem aktuellen Heimatort Waldkraiburg zu seinem ehemaligen nach Rosenau fährt. Das passierte dann auch im Jahre 1982. Diese Tour, das darf man nicht vergessen, fand in Zeiten statt, als es noch den Eisernen Vorhang gab, als Grenzsoldaten furchtbar unfreundlich sein konnten, Telefonieren zu einem besonderen Abenteuer werden konnte und die Mangelwirtschaft einem auf Schritt und Tritt begegnete, zum Beispiel in Form von kilometerlangen Schlangen an den Tankstellen. Für diejenigen, die das erlebt und mitgemacht haben, wird diese Zeit auf einmal ganz präsent sein, den Jüngeren muss das wohl wie eine Geschichte aus einer irrealen, komplett anderen Zeit und Welt vorkommen.

25 Jahre später packte dann Liess wieder das Reisefieber Richtung Siebenbürgen. In der Zwischenzeit radelte er im Übrigen fleißig kreuz und quer durch Deutschland. Diesmal sah die Welt schon ganz anderes aus. Den alten Ostblock gab es nicht mehr, wirtschaftlich ging es aufwärts, er bemerkte aber sehr wohl, dass sich die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößerte. 2007 passte insofern sehr gut in Liess` Reisekonzept, als Hermannstadt europäische Kulturhauptstadt war und er von den Bürgermeistern von Waldkraiburg und von der Partnerstadt Landshut Grußbotschaften und eine Fahne für den damaligen Hermannstädter Bürgermeister und späteren rumänischen Staatspräsidenten Klaus Johannis im Gepäck dabei hatte.

Die dritte und letzte Reise nach Rumänien fand dann 2015 statt. Diesmal radelte Liess von der Donau-Quelle, also aus Donaueschingen, bis zur Mündung des Flußes nach Tulcea, und nun war er vor allem körperlich gefordert, denn diese Strecke war mit 3000 Kilometern doppelt so lang wie die vorhergehenden. In diesem Kapitel stehen viele Begebenheiten und Geschichten mit Menschen  im Mittelpunkt, so dass er zum optimistischen Schluss kommt: „Es gibt keine schlechten Menschen“.

An den drei Reisen lasse sich sehr schön vergleichen, wie sich Europa aber auch die Reise- und Kommunikationsmöglichkeiten in den Jahrzehnten verändert haben, schreibt der Heldsdörfer [stellvertretende] Nachbarvater Heiner Depner im Vorwort des Buches. Aus dem Eisernen Vorhang wurde die EU, aus dem mühevollen Unterfangen, eine Telefonverbindung zwischen Rumänien und Deutschland herzustellen, WhatsApp. 1982 waren die meisten Siebenbürger Sachsen noch in Siebenbürgen, 2015 in Deutschland. Und schließt mit dem Satz, der dieses Buch kennzeichnet: „Im Prinzip sind die Reisen Plädoyers dafür, einfach etwas zu wagen, ohne viel zu spekulieren, was alles schiefgehen kann.“

Das Buch „Alle guten Dinge sind drei – 3 Rumänientouren in 33 Jahren“  kann beim Autor selber bestellt werden: Herbert Liess, Pettenkoferstr. 1, 84478 Waldkraiburg, Tel. 08638/81603, oder lisschen@online.de oder unter www.mit-dem-bizykel-unterwegs.de

Liess würde sich freuen, wenn ihn Kreisgruppen [des Verbandes der Siebenbürger Sachsen] zu einem Lichtbildervortrag einladen würden, in dem es hauptsächlich um die letzte Radtour, nämlich entlang der Donau von der Quelle bis zur Mündung oder vom Schwarzwald zum Schwarzen Meer geht.

Hans Königes

Viel Spaß mit dem Buch!

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